Paketlieferungen in Buchholz zukünftig emissionsfrei?

Unser Projekt „Heidschnucke – Lastenrad für Buchholz“ erhält ein neues Mega-Lastenrad. Ab heute ist ein „Megaliner“ der Hamburger Manufaktur Cargo Cycle GmbH auf Buchholz‘ Straßen im Einsatz.

Am vergangenen Wochenende konnten Mitglieder von „Buchholz fährt Rad“ das neue Fahrzeug aus Hamburg nach Buchholz überführen. Es soll helfen, den gewerblichen innerstädtischen Warenverkehr emissionsfrei zu gestalten. Dazu zählen beispielsweise das Ausliefern von Paketen aus dem Onlinehandel oder auch Warenlieferungen des Buchholzer Einzelhandels an seine Kund:innen. Solche Kurierfahrten erfolgen derzeit noch überwiegend Kfz-basiert. Manchmal fahren mehrere Lieferwagen unterschiedlicher Paketdienstleister am selben Tag durch die gleichen Straßen, um Pakete auszuliefern. Das ist nicht nur wirtschaftlich ineffizient, sondern auch vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht mehr hinnehmbar. Denn neben den Privathaushalten (mit 39%) verursacht der Verkehrsbereich mit 42% die meisten Treibhausgasemissionen in Buchholz. „Buchholz fährt Rad“ möchte mit seinem Megaliner Abhilfe schaffen. Zuerst versuchsweise mit einem Fahrzeug und mit Hilfe von ehrenamtlichen Fahrer:innen. Sollte sich das Konzept bewähren, soll ein eigenes lokales Unternehmen mit angestellten Kurierfahrer:innen gegründet werden.

Getestet wird der Megaliner auf der „Schokofahrt“ kurz nach Ostern. Dann wird der Buchholzer „Schokofahrer“ Lars Felten die Ladekapazität des Fahrzeuges ausreizen und eine halbe Tonne Bio-Schokolade aus Amsterdam emissionsfrei nach Buchholz radeln. Die Schokolade wird ab Mitte April im Reformhaus Dreyer und im Unverpacktladen „Buchholz endlich unverpackt“ zu kaufen sein.

Ergänzende Erläuterungen vom 02.04.2021:

Der obige Beitrag vom 01.04.2021 war leider ein Aprilscherz, der euch aber hoffentlich gefallen hat. Wir bedanken uns recht herzlich für die Unterstützung durch Herrn Christian Rusche, dem Geschäftsführer der Cargo Cycle GmbH, der den Spaß mitmachte und uns sogar das Foto für die Montage zur Verfügung stellte.

Dennoch hat das Ganze einen durchaus realen Hintergrund. Durch den zunehmenden Onlinehandel fahren immer mehr Paketdienstleister mit ihren Lieferwagen durch die Städte. Um Zeit zu sparen, halten diese oftmals an verbotenen Stellen, blockieren und gefährden damit nicht nur den Autoverkehr, sondern auch die Radfahrer:innen und Fußgänger:innen. Dass jeder Paketdienstleister zudem mit eigenen Fahrzeugen ausliefert, ist wirtschaftlich ineffizient und extrem klimaschädlich. Darum ist hier nach Lösungen zu suchen.

Laut dem EU-Projekt cyclelogistics.eu können mehr als die Hälfte des innerstädtischen Warenverkehrs über Fahrräder (insb. Lastenräder und -anhänger) abgewickelt werden. Siehe hier!

In einigen Städten erproben einige Paketdienstleister bereits entsprechende Lösungsansätze, z. B. in Gent und Hamburg. Pakete werden in ein gemeinsames Depot, einen sog. Mikrohub, gebracht und von dort aus mit Lastenrädern wie z. B. dem Megaliner auf der „letzten Meile“ weiter transportiert. Siehe hier!

Solche Lösungsansätze klingen derzeit für Buchholzer Verhältnisse noch wie Zukunftsmusik, könnten aber womöglich, nein, sie sollten vielmehr in einigen Jahren kein Aprilscherz mehr sein. Solche Vorreiter wie das Unternehmen Cargo Cycle GmbH arbeiten an genau diesen Zukunfts-Lösungen. Zu ihrem 75. Geburtstags widmet sich die ZEIT 75 Menschen, Erfindungen und Initiativen, die zuversichtlich stimmen und von denen man viel lernen kann. So kürzlich auch dem „Megaliner“ von Christian Rusche. Siehe hier!

Kein Aprilscherz ist auch die Schokofahrt. Unser Vereinsmitglied Lars Felten wird kurz nach Ostern bereits zum fünften Mal tatsächlich emissionsfrei Bio-Schokolade aus Amsterdam nach Buchholz radeln. Nur nicht mit dem Megaliner, sondern per Lastenrad. So transportiert er auch nicht eine halbe Tonne, aber immerhin rd. 50 Kilogramm. Die Schokolade wird dann tatsächlich im Reformhaus Dreyer und bei „Buchholz endlich unverpackt“ zu kaufen sein.

3 Gedanken zu „Paketlieferungen in Buchholz zukünftig emissionsfrei?

  1. Megaliner…
    …eine halbe Tonne Bio-Schokolade aus Amsterdam emissionsfrei nach Buchholz radeln.

    Wow! Großartig!
    Buchholz i.d.N. wird demnächst Kopenhagen den Rang als „Vorzeige-Fahrradstadt“ wegradeln…, dank einer engagierten, aktiven und strukturierten Community :-).
    Wenn, ja wenn heute nicht so ein „besonderes Datum“ wäre… 😉
    Frohe Ostern allen aktiven Pedaleuren:innen! 🙂

  2. Ich hatte zuerst über das Mikrodepot in Dortmund gelesen und gleich gedacht: wäre doch nur Buchholz etwas fortschrittlicher, dann könnte man das auch hier etablieren. Lohnen würde sich das ganz sicher: Ich wohne zwar am äußersten Zipfel der Stadt, aber täglich fahren zig Parcelservice-Transporter bei uns vorbei – manche Services sogar mehrfach täglich.

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