Schokofahrt #8

Wir waren wieder auf Schokofahrt, um mit Lastenrädern feinste Bio-Schokolade aus Amsterdam nach Buchholz zu radeln. Der Bio-Kakao wurde zuvor zu fairen Preisen in der Karibik eingekauft und per Frachtsegler nach Amsterdam gesegelt. Die Chocolatemakers betreiben die Maschinen ihrer Schokoladenmanufaktur ausschließlich mit Sonnenenergie; die Schokolade ist daher sowohl emissionsfrei hergestellt als auch transportiert.

Weitere Infos zur Schokofahrt findet ihr hier!

Da die Niederlande zum Corona-Risikogebiet erklärt wurde, konnten wir allerdings wieder (wie schon im Frühjahr, siehe Bericht) nicht direkt nach Amsterdam fahren. Daher wurde die Schokolade für alle rd. 250 Schokofahrer+innen von den Chocolatemakers kurz hinter die Grenze zum Biohof Rüsch nach Weeze gefahren, insgesamt 3,5 Tonnen, natürlich mit einem E-Transporter. Damit sich die Einzelgruppen nicht coronamäßig auf die Pelle rücken, hatte jede Gruppe seine Abholzeit aufgegeben bekommen. Wir waren für den 14.10.2020 vorgemerkt.

Tag 1 – 11.10.2020 (110 km)
Also ging es am Sonntag, dem 11.10.2020, in Buchholz los. Am Start waren Sabine Mohme, Lars Felten und Peter Eckhoff, wobei Peter die beiden am ersten Tag nur bis zum Café Kliemannsland begleitete. Denn dort waren wir mit Hans-Joachim aus Bardowick und Eckhardt aus Oststeinbek verabredet. Nach einer kurzen Mittagspause fuhren Sabine, Lars, Eckhardt und Hans-Joachim gemeinsam weiter bis Heiligenrode bei Stuhr. Dort sollte in einem Gasthof die erste Nacht verbracht werden. Peter war vom Kliemannsland wieder nach Buchholz zurückgefahren. Er steigt erst für die letzten beiden Tagesetappen wieder in die Schokofahrt ein.

Tag 2 – 12.10.2020 (120 km)
Am zweiten Tag ging es von Heiligenrode bis nach Helte bei Meppen. Wir sind dabei bewusst ohne Pause durch den Landkreis Cloppenburg, einem aktuellen Corona-Risikogebiet, gefahren. Sabine, unsere Radreise-Expertin, fährt die ganze Schokofahrt über acht Tage auf unserem Lastenrad „Heidenspaß“ mit. Lars hatte hingegen „nur“ die erste Tagesetappe übernommen, so dass heute und für die nächsten Tage Reenie Vietheer das zweite Buchholzer Lastenrad übernahm.

Tag 3 – 13.10.2020 (80 km)
Bei bestem Wetter schön am Dortmund-Ems-Kanal entlang. Herrlich! Nach vier Stunden hatten wir bereits das nächste Etappenziel Heek erreicht. So macht Schokofahrt Spaß!

Tag 4 – 14.10.2020 (115 km)
Bevor wir den Demeter-Bauernhof „Biohof Büsch“ von Schokofahrerin Simone aus Weeze erreichten, stand heute noch die Rheinquerung auf dem Programm. Die Rheinbrücke mit dem Rad zu überqueren, war schon beeindruckend. Beim späteren Aufladen der Schokolade passte diese zum Glück doch irgendwie auf unsere Räder. Jedes Mal eine Herausforderung. Die heutige Herberge in Uedem enttäuschte ein wenig. Wir ließen uns aber die gute Stimmung nicht vermiesen.

Tag 5 – 15.10.2020 (90 km)
Heute ging es wieder zurück nach Heek, voll bepackt, mit ordentlich Wind von vorne und einigen schwierigen Passagen 😉

Tag 6 – 16.10.2020 (95 km)
Ein sonniger Tag mit blauem Himmel begleitete uns heute von Heek die Ems entlang bis nach Helte bei Meppen. In Meppen am Bahnhof mussten wir von Reenie Abschied nehmen. Sie übergibt an Peter, der die beiden letzten Tagesetappen des Lastenrads „Heidelore“ übernehmen wird. In Meppen beeindruckte uns die Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Ems sehr. Meppen ist nicht viel kleiner als Buchholz und wird durch die beiden Flüsse Ems und Hase geteilt. Also durchaus mit der Buchholzer Situation vergleichbar. Dennoch spielt man dort Bundesliga-Fußball (3. Liga) und findet offenbar Förderer für eine solche Brücke. Warum gelingt das in Buchholz nicht?

Tag 7 – 17.10.2020 (120 km)
Das gute Wetter hielt an und bescherte uns leichten Rückenwind auf dem Weg durch die Corona-Risikogebiete gen Osten. In Heiligenrode ließen wir es uns nach getaner Arbeit gut gehen und speisten gut-bürgerlich in unserem Gasthof. Die Augen fielen heute, in der letzten Nacht der Schokofahrt, besonders schnell zu.

Tag 8 – 18.10.2020 (120 km)
Heute nun die letzte Etappe von Heiligenrode zurück nach Buchholz. Gleich schon auf den ersten Kilometern kam es feucht von oben. Wir fuhren schnell und ohne große Pausen bis nach Zeven durch. Denn dort verabschiedeten wir Eckhardt, der noch nach Oststeinbek weiterfahren wollte und heute zum Finale auf rd. 140 Kilometer kam. Mit Hans-Joachim fuhren wir anschließend noch weiter bis Holm. Dort verabschiedeten wir ihn auf die letzten Kilometer nach Bardowick. Auch für Hans-Joachim wurden es heute rd. 140 Kilometer. Wir fuhren gleich zu Glenn vom Café Waldperle in Thelstorf weiter, um dort die bestellte Schokolade abzuliefern. Entspannt ging es für Sabine und Peter von dort zurück nach Buchholz.

Insgesamt hatten wir am Ende rd. 850 Kilometer in den Beinen und fielen abends erschöpft, aber glücklich in unsere Betten. Ab dem 20.10.2020 ist die Schokolade im Café Waldperle in Thelstorf und im Reformhaus Dreyer zu erwerben. Nur solange der Vorrat reicht!!

Online-Petition „Kinder aufs Rad – für ein lebenswertes Buchholz i.d.N.“

Parallel zur Familien-Fahrrad-Demo KIDICAL MASS, die anlässlich des Weltkindertags forderte, dass sich Kinder sicher und selbstständig mit dem Fahrrad in Buchholz bewegen können müssen, haben wir zu einer Online-Petition aufgerufen, die von 845 Menschen elektronisch unterschrieben und damit unterstützt wurde. Die Petition haben wir am vergangenen Donnerstag an Herrn Bürgermeister Röhse übergeben, in der Hoffnung, dass man unsere Forderungen in der Stadtverwaltung ernst nimmt und versucht, umzusetzen. Denn nur eine fahrradfreundliche Stadt ist auch kinderfreundlich. An die Mitglieder des Rates der Stadt Buchholz haben wir die Petition ebenfalls verschickt.

Petition „Kinder aufs Rad – für ein lebenswertes Buchholz i.d.N.“

Bericht Nordheide Wochenblatt vom 14.10.2020

Kidical Mass 2020

Am 19.09.2020 um 15 Uhr war es soweit, die erste Kidical Mass in Buchholz startete. Rd. 125 kleine und große Kinder hatten sich zur Familien-Fahrraddemo aufgemacht, um der Forderung Nachdruck zu verleihen, dass Kinder sich in unserer Stadt sicher und selbstständig auf dem Fahrrad bewegen können sollen.

Wenn wir beispielsweise an die Situationen vor den Schulen zu Unterrichtsbeginn oder an den Weg zum Sportzentrum denken, ist das leider nicht immer möglich. Hier kann und muss nachgebessert werden. Denn nur ein fahrradfreundliches Buchholz ist zugleich auch kinderfreundlich. Also, Platz da für die nächste Generation.

Bundesweit waren am Aktionswochenende 19./20.09.2020 in über 100 Städten mehrere Tausend Kinder und Eltern auf den Straßen, um die Dinge ins Rollen zu bringen. Siehe hier: www.kinderaufsrad.de.

Begleitet durch die Polizei fuhren wir ganz langsam, damit auch die Kleinsten auf ihren Laufrädern mitfahren konnten, vom Holzweg bis zum Rathausplatz.

Dort hinterließen alle Kinder eine klare Botschaft:

Zuvor hatten wir zu einer Online-Petition aufgerufen, die von über 800 Menschen unterzeichnet wurde. Unsere Forderungen werden anlässlich des Weltkindertags an den Bürgermeister und die Fraktionen im Rat der Stadt Buchholz i.d.N. übergeben. Siehe hier!

PARK(ing) Day 2020

Immer am dritten Freitag im September findet der internationale PARK(ing) Day statt. Für einen kurzen Zeitraum werden Autoparkplätze zurückerobert und in Parks für uns Menschen verwandelt. So soll aufgezeigt werden, welche Chancen für eine Aufwertung der Innenstadt in einem Rückbau von Parkplätzen liegen. Wenn dort keine Blechkarossen rumstehen, kehrt das Leben auf die Straße zurück. In diesem Jahr (18.09.2020) waren wir auf zwei Parkflächen vertreten. Auf der Parkfläche vor der Commerzbank-Filiale in der Breite Straße und vor dem Reformhaus Dreyer in der Neue Straße. Besonders gefreut hat uns, dass auch die Buchholzer Gruppe von Fridays for Future in der Poststraße eine Parkfläche für sich zurückerobern konnte.

Man konnte verweilen, Kaffee trinken sowie Kuchen & Kekse essen und dabei den tollen Darbietungen von vier Gruppen lauschen. Schön war’s!

Holländischer Griff

Sich plötzlich öffnende PKW-Türen sind eine unterschätzte Gefahr. Bremsen und Ausweichen sind für Radfahrende dann häufig nicht mehr möglich. Solche Dooring-Unfälle führen schnell zu gravierenden Kopfverletzungen, leider immer wieder auch mit Todesfolge.

Hier hilft der Holländische Griff: Öffnet man die Fahrertür mit der rechten Hand, dreht sich der Oberkörper und damit der Blick automatisch nach hinten. So werden Radfahrende meist frühzeitig entdeckt.

Macht den Holländischen Griff zu eurer Routine. Er kann leben retten! Der Aufkleber hilft euch, an den richtigen Handgriff zu denken. Ihr erhaltet den Aufkleber im Bürgerbüro der Stadt Buchholz i.d.N., bei der Polizei in Buchholz, bei unseren Aktionen und Veranstaltungen oder auf Anfrage per E-Mail an info@buchholz-faehrt-rad.de.

Diese Initiative wird unterstützt von der Stadt Buchholz i.d.N. und der Verkehrswacht Harburg-Land e.V.

Bericht im Nordheide Wochenblatt vom 19.09.2020

Kaffeefahrt 09/2020

Gestern morgen um 08:30 Uhr trafen sich fünf Kaffeefahrer aus Buchholz, Hamburg und Lüneburg, um knapp 100 kg Kaffee in Ramelsloh aufzuladen und nach Rotenburg/Wümme zu radeln. Die moderne Art der „Kaffeefahrt“.

Der TEIKEI-Kaffee wird von BIO-Bauern in Mexiko zu fairen Preisen eingekauft, per Frachtsegler „Avontuur“ in den Hamburger Hafen gesegelt und dann schonend bei der Kaffeerösterei Docklands Coffee in Ramelsloh geröstet. TEIKEI ist ein Zusammenschluss von Menschen, die diese Art von Landwirtschaft finanzieren und fördern wollen, quasi wie eine solidarische Landwirtschaft.

Mit der „Kaffeefahrt“ wollen wir zeigen, dass auch über lange Strecken ein emissionsfreier Transport von Waren möglich ist. Das Potenzial von Lastenrädern wir derzeit noch nicht annähernd genutzt, weder in der Stadt noch auf längeren Distanzen.

Der von uns transportierte Kaffee wird in den nächsten Tagen von Radfahrer*innen bis nach Münster transportiert. Wir fuhren die erste Etappe von Ramelsloh bis nach Rotenburg/Wümme. Dort luden wir den Kaffee auf die Räder von Bremer Radfahrer*innen um. So kam der Kaffee gestern zumindest bis Bremen. Am kommenden Wochenende geht es dann mit anderen Radfahrer*innen bis nach Osnabrück und Münster.

Wenn alle wollen und viele mitmachen, kann man einiges bewegen. Ein gutes Beispiel ist auch die Schokofahrt, bei der wir im Oktober wieder Bio-Schokolade aus Amsterdam nach Buchholz holen.

Bericht Nordheide Wochenblatt vom 09.09.2020

Fahrradklima-Test 2020

Alle zwei Jahre können Radfahrende beim ADFC Fahrradklima-Test das Fahrradklima ihrer Stadt bewerten. So auch bei uns in Buchholz i.d.N. Die lebensnahen Rückmeldungen sind ein wichtiges Signal für die Politik vor Ort und zeigen, wo nachgebessert werden muss.

Die bisherigen Ergebnisse (in Schulnoten) waren:

Leider hat sich in den letzten Jahren nichts Wesentliches am Fahrradklima in Buchholz i.d.N. geändert. Die Beurteilung der Radfahrenden lautet seit Jahren nur „ausreichend“.

Es ist wichtig, den Entscheidungsträgern in unserer Stadt immer wieder vor Augen zu halten, dass noch deutlich mehr getan werden muss, um Buchholz fahrradfreundlich zu machen. Bitte mach daher auch dieses Jahr mit und gib deine Bewertung ab. Die Umfrage startet am 01.09.2020 und endet am 30.11.2020. Alle weiteren Infos findest du hier: https://fahrradklima-test.adfc.de

Leon beeindruckte beim STADTRADELN

Leon Kohls (15) konnte seit Beginn des Corona-Lockdowns noch nicht wieder zur Schule gehen. Sein Klassenlehrer an der Schule An Boerns Soll gab ihm den Hinweis, sich doch beim STADTRADELN anzumelden. So kam es, dass Leon in diesem Jahr zum ersten Mal beim STADTRADELN mitmachte und in den drei Aktionswochen im Juni gleich auf Anhieb auf 977 Radkilometer kam. Er saß fast täglich für zwei bis drei Stunden im Sattel, erkundete den Landkreis und war auch mal ganz bis Hamburg gekommen. Aufgrund seiner Behinderung war er dabei stets zusammen mit seiner Mutter Petra auf einem Spezial-Tandem unterwegs. Sie genossen die gemeinsame Zeit auf dem Rad, in der Natur und an der frischen Luft. Sie redeten viel miteinander, sangen Lieder, übten Rechnen und Verkehrsregeln und taten ganz nebenbei auch etwas für die eigene Gesundheit. Leon ist auch sonst begeisterter Radfahrer und fährt mit dem Rad zur Schule, obwohl er auch einen Busbringdienst nutzen könnte. Auf kurzen Strecken innerhalb von Buchholz sieht man ihn am meisten auf seinem Dreirad fahren. Wir waren sofort begeisterte Leon-Fans und sind beeindruckt von dieser besonderen Leistung.

Leon mit Christina Druse

Als Christina Druse von Druse Kochwelten von Leons Fahrrad- und auch Kochbegeisterung erfuhr, lud sie ihn in ihren Laden ein, damit er sich als Anerkennung seiner STADTRADELN-Leistung ein kleines Geschenk aussuchen konnte. Heute war es soweit. Leon entschied sich für eine Brotdose mit Trinkflasche, die er sowohl für die Schule als auch auf Radtouren gut gebrauchen kann, natürlich in seiner Lieblingsfarbe Rot.

Und wir setzten noch einen oben drauf. Denn wir wussten, dass Leon sich so sehr über eine Urkunde mit Pokal freuen würde. So war es dann auch. Pokal und Urkunde werden einen Ehrenplatz erhalten und Leon hat uns versprochen, im nächsten Jahr wieder beim STADTRADELN dabei zu sein. Wir freuen uns drauf.

Das Nordheide Wochenblatt berichtete über Leon bereits am 08.07.2020 (siehe hier).

Neu: Sechs Lastenrad-Parkplätze

In der Buchholzer Innenstadt wurden vor Kurzem insgesamt sechs spezielle Lastenrad-Parkplätze geschaffen. Kleine Edelstahl-Bügel, gekennzeichnet mit einem Aufkleber „Lastenrad“. Wünschenswert wäre noch die Anbringung des neu in die StVO aufgenommenen Piktogramms für Lastenräder auf dem Boden (vgl. Beispiel aus Berlin, siehe Foto unten). Neu: Sechs Lastenrad-Parkplätze weiterlesen

Außer Farbe nix gewesen

Am vergangenen Freitag wurde die erste Buchholzer Bequem+Sicher-Route (BSR 1) für Radfahrende eröffnet. Sie ist 2,8 Kilometer lang und startet an der Einmündung des Pferdewegs in die Schützenstraße und führt über Pferdeweg, Kamillenweg, Brandenburger Straße, Friedrichstraße und Dibberser Mühlenweg bis in die Brauerstraße im Gewerbegebiet Vaenser Heide. Nach Fertigstellung des sich aktuell in der Erschließung befindlichen Technologieparks TIP wird sie bis nach Dibbersen verlängert werden. Drei weitere Routen sollen in den nächsten Jahren umgesetzt werden, um den Radverkehr in Buchholz zu stärken. Ziel ist es, dem Radverkehr eine Alternative zu den Routen entlang der Hauptverkehrsachsen durch Tempo 30-Zonen, Wohngebiete sowie über Wirtschaftswege zu bieten. Soweit, so gut! Das ist auch ein Anliegen, das wir unterstützen. Wir sind die neue BSR 1 abgefahren, um zu sehen, ob sie den Erwartungen gerecht wird. Außer Farbe nix gewesen weiterlesen