Schokofahrt #11

Die Schokofahrt feiert dieses Jahr ihr fünftes Jubiläum und wir sind seit dem Frühjahr 2019 bereits zum siebten Mal dabei. Immer um Ostern und Anfang Oktober starten deutschlandweit rd. 200 Schokofahrer:innen auf ihre Tour nach Amsterdam. Die Idee dahinter ist, auch den Weg der Schokolade vom Hersteller bis zum Einzelhandel emissionsfrei zu bewältigen. Zuvor wurde der benötigte Kakao zu fairen Preisen bei Bio-Bauern in der Karibik eingekauft und schon emissionsfrei per Frachtschiff nach Amsterdam gesegelt. Im Hafen von Amsterdam liegt die Schokoladenmanufaktur der Chocolatemakers, die aus dem Kakao feinste Bio-Schokolade herstellen. Ihre Maschinen werden durch die PV-Anlage auf dem eigenen Firmendach betrieben. Somit wird die Schokolade emissionsfrei hergestellt und auch emissionsfrei bis in den Einzelhandel in Deutschland transportiert.

Es ist immer ein Erlebnis und ein freudiges Wiedersehen, wenn alle Schokofahrer:innen am selben Tag ihre Schokolade (insg. rd. zwei Tonnen) aus Amsterdam abholen. Dieses Mal war es für Ostersamstag geplant. Dafür mussten wir am 12. April starten. Über vier Tagesetappen von rd. 110 Kilometern erreichten wir dann mit zwei Lastenrädern Amsterdam. Am Ostersonntag ging es voll beladen wieder zurück nach Buchholz. Die Übernachtungen erfolgten in Landgasthäusern oder Campinghütten bzw. Jurten. Die Teilnahme als Schokofahrer:in erfordert nicht nur die Kondition, täglich über 100 Kilometer auf dem Rad sitzen zu können, sondern auch die Bereitschaft, für die Tour Urlaub zu nehmen und die Übernachtungs- und Reisekosten selbst zu übernehmen. Dafür haben wir leider (noch?) keinen Sponsor gefunden. Reisekosten waren dieses Mal nötig, da wir die Schokolade als Staffel transportierten und uns nach zwei bzw. vier Tagen gegenseitig ablösten. Keinem war es möglich, die kompletten neun Tage dabei zu sein. Zu den Übergabeorten der Lastenräder (Meppen und Amsterdam) war daher eine An- und Abreise per Zug zu organisieren.

Die ganze Tour ist natürlich auch ein Radreiseerlebnis. Wir fuhren wieder mit den Schokofahrern aus Lüneburg zusammen und waren somit zu acht unterwegs. Einen kleinen Eindruck zeigt das folgende Youtube-Filmchen vom achten Tag, also der Etappe von Meppen nach Heiligenrode.

Am 20. April waren wir mit 75 Kilogramm Schokolade wieder zurück in Buchholz. Diese wird nun im Reformhaus Dreyer und im Unverpacktladen „Buchholz endlich unverpackt“ verkauft. Es würde uns sehr freuen, wenn ihr unsere Aktion unterstützt, die Schokolade kauft und dann ebenfalls mit dem Rad nach Hause fahrt. Es blutet uns das Herz, wenn der letzte Weg zu euch nach Hause mit dem Auto zurückgelegt werden würde.

Mit der Schokofahrt wollen wir aufzeigen, dass ein emissionsfreier Transport auch über längere Distanzen möglich ist. Wir möchten aber auch, dass der Verzehr einer Tafel Schokolade wieder zu einem bewussten Genuss wird. Eine Tafel dieser Schokofahrt-Schokolade kostet in Buchholz 3 Euro. Darin ist nur eine ganz geringe Handelsmarge einkalkuliert. Sowohl das Reformhaus Dreyer als auch der Unverpacktladen „Buchholz endlich unverpackt“ wollen damit kein Geld verdienen, sondern vielmehr die Idee der Schokofahrt unterstützen. Und wir selbst sind mit viel Idealismus (und Spaß) dabei und daher auch bereit, Geld und Zeit zu geben. Wir freuen uns über Spenden.

In den neun Tagen der Schokofahrt hatten wir auch einige Pannen, z. B. platte Reifen, eine gebrochene Pedale und einen gebrochenen Sattel. Diese Pannen waren nur mit Hilfe von örtlichen Fahrradwerkstätten zu beheben, die schnell und gerne (meist kostenlos) geholfen haben. Auf der Rückfahrt haben wir daher als Dankeschön ein paar Tafeln Schokolade verteilt. Bei den Lüneburgern ist sogar ein komplettes Lastenrad durch einen Schaden am E-Motor ausgefallen. Die Schokolade wurde auf alle anderen Lastenräder verteilt. Der Fahrer musste mit dem Zug nach Hause. Das Rad wird später (repariert) zurück nach Lüneburg gefahren. So lagert bei uns noch ein wenig Schokolade für einen Lüneburger Laden, die in den nächsten Tagen von den Lüneburgern noch per Rad abgeholt wird.

Wir hatten auch noch Bestellungen für das Café Waldperle in Thelstorf und das Brauwerk Wildwuchs in Wilhelmsburg zu transportieren. Diese Mengen passten aber nicht mehr auf unsere Lastenräder, so dass diese von Schokofahrern aus Bremen transportiert wurden und von uns aus Bremen abzuholen waren. Die Solidarität unter den Schokofahrer:innen ist also auch groß, damit die Idee lebt und größer wird.

Zu guter Letzt danken wir unseren Schokofahrer:innen Lotta und Lars Felten, Michael Siemers, Thomas Pohl, Albert Dörp, Christian Bartels und Peter Eckhoff. Ganz besonderer Dank an Lars, der alles rund um die Schokofahrt organisiert hatte.

Weitere Infos und Hintergründe zur Schokofahrt findet ihr hier.

Ein Gedanke zu „Schokofahrt #11

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.