Archiv der Kategorie: Aktionen

Wenn Beschwerden Änderungen bewirken

Die Bushaltestelle in Iddensen (zwischen Nenndorf und Tötensen) wurde in den letzten Wochen barrierefrei umgebaut. Dabei wurden jedoch die Belange der Radfahrenden nicht ausreichend genug beachtet. Das Ergebnis war ein schmaler Weg, den sich Zufußgehende und Radfahrende zu teilen haben. Die Ausmaße entsprachen nicht den gesetzlichen Mindestmaßen. Zudem stand die Fußgängerampel quasi mitten auf dem Weg und stellte dadurch eine Gefahrenquelle dar.

Da der Radweg auch von Buchholzer:innen auf dem täglichen Pendelweg nach Hamburg und Harburg genutzt wird, haben wir auf den Missstand beim Landkreis Harburg hingewiesen und um Nachbesserung gebeten. Nach nur drei Wochen wurde nun bereits gehandelt. Siehe Fotos unten.

Das Ergebnis ist deutlich besser, wie wir finden. Aber noch mehr beeindruckend war die Geschwindigkeit, in der nachgebessert wurde, und das Gefühl, mit einer Beschwerde wirksam geworden zu sein. Herzlichen Dank an den Landkreis Harburg.

10. Buchholzer Kidical Mass

Am 09.05.2026 eroberten wir bereits zum zehnten Mal bei einer Kidical Mass die Buchholzer Straßen für uns zurück. Wir fordern, dass sich unsere Kinder sicher und selbstständig durch unsere Stadt bewegen können, auf dem Rad und zu Fuß. Wir sind sicher, dass nur eine fahrradfreundliche Stadt auch kinderfreundlich sein kann. Weitere Infos zur Kidical Mass und unseren Forderungen findest du hier.

Vorbericht im Nordheide Wochenblatt vom 02.05.2026

Hier ein paar Impressionen vom vergangenen Samstag: 10. Buchholzer Kidical Mass weiterlesen

Peters Radhaus

Wenn es nach den Mitgliedern von Buchholz fährt Rad geht, soll das Buchholzer Rathaus ab Herbst zu „Peters Radhaus“ werden. Der Gründer und langjährige Vorsitzende Peter Eckhoff wurde zum Bürgermeisterkandidaten des Vereins gewählt. Er tritt bei der Kommunalwahl an, um Buchholz‘ erster Fahrradbürgermeister zu werden.

Mein Ziel ist es, Buchholz zu einer echten Fahrradstadt weiterzuentwickeln. Radfahren soll nicht nur sicher und bequem werden, sondern auch richtig cool sein und Spaß machen.

Peter Eckhoff

Er möchte nach Pariser Vorbild die Buchholzer Innenstadt von den Autos befreien, um Platz für den Radverkehr zu schaffen und die öffentlichen Räume den Buchholzer Bürger:innen – vor allen den Kindern – zurückgeben.

Nur eine fahrradfreundliche Stadt ist auch kinderfreundlich. Und die Lebens- und Aufenthaltsqualität steigt, wenn sich das städtische Leben an die Geschwindigkeit des Radverkehrs anpasst.

Peter EckhoFF

Ganz Buchholz soll von einem Netz an Fahrradstraßen überzogen werden, in dem der Radverkehr Vorrang hat und Autos sich wie Gäste zu bewegen haben. Peters Radhaus weiterlesen

Tempo 30 auf dem Innenstadtring

Wenn man das Radfahren sicher und bequem bzw. angenehm macht, fahren mehr Menschen mit dem Fahrrad. Wer also gute Radwege sät, erntet Radverkehr. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Doch gute Radwege brauchen Platz zur Realisierung und der ist in unseren Städten leider sehr begrenzt. Der Straßenraum wird zudem – nicht nur in Buchholz – stark vom Autoverkehr dominiert. Ist das richtig? Soll das so bleiben?

Immer mehr Städte machen sich auf den Weg, Stadt von Grund auf neu zu denken und dabei fahrradfreundlich umzubauen (siehe Veranstaltungstipp am Ende des Beitrags). Buchholz steht hier noch ganz am Anfang und der politische Wille fehlt hier und da noch, um dabei schneller voranzukommen.

Auf Straßen, bei denen kein baulich getrennter, sicherer Radweg möglich ist, Schutzstreifen ihre Wirkung nicht entfalten und Radfahrende sich daher zusammen mit dem Autoverkehr die Straße teilen müssen, fordern wir seit Jahren – insbesondere zum Schutz der Radfahrenden – eine Herabsetzung der Geschwindigkeit auf Tempo 30. Bislang scheiterten diese Bemühungen, weil es in Deutschland mit der innerörtlichen Regelgeschwindigkeit von 50 km/h nur in wenigen begründeten Ausnahmefällen möglich ist, außerhalb von Wohnstraßen Tempo 30 anzuordnen, z. B. vor Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen, Krankenhäusern, bei Unfallschwerpunkten, großen Lärmbelastungen oder Luftverschmutzungen usw.

Vor Kurzem ist neu hinzugekommen, dass vor und nach Fußgängerüberwegen ebenfalls Tempo 30 angeordnet werden kann. Wenn zwei Fußgängerüberwege dicht genug zueinander liegen, kann man nun sogar durchgängig Tempo 30 einrichten.

Die Stadt Buchholz will sich diese Neuregelung zunutze machen und beabsichtigt, auf dem gesamten Innenstadtring (Schützenstraße, Neue Straße, Lindenstraße und Teile der Hamburger Straße) Tempo 30 einzuführen. Zuvor soll die Fußgängerampel an der Schützenstraße (Höhe Adolfstraße) in einen Fußgängerüberweg (mit Zebrastreifen) umgebaut werden. Im Rahmen einer Anhörung zu diesen beabsichtigten Maßnahmen haben wir als Buchholz fährt Rad e. V. nun eine befürwortende Stellungnahme abgegeben. Drückt die Daumen, denn die Wahrscheinlichkeit ist so hoch wie nie, dass auf dem Innenstadtring zukünftig Tempo 30 gilt. Oftmals kann man bereits jetzt schon nicht schneller fahren.

Fußgängerampel Schützenstraße (Höhe Adolfstraße)

Die Buchholzer Verkehrsbehörde prüft derzeit zusätzlich, bei welchen hochfrequentierten Schulwegen in Buchholz die Geschwindigkeit ebenfalls auf Tempo 30 reduziert werden kann. Dass Tempo 30 nicht nur direkt vor Schulen angeordnet werden kann, sondern auch auf ganzen Schulwegen, wenn sie denn hochfrequentiert sind, ist eine weitere Möglichkeit aus der neuen StVO. Auch hier bleiben wir dran und befürworten Tempo 30.

Evaluationsergebnisse: Einführung von Tempo 30 auf Hauptstraßen in Amsterdam

RADLIEBE-Award 2025 geht an Reimund Rudkowski

Reimund Rudkowski

Nur wenige Menschen in Buchholz verbindet man sofort mit dem Thema Radfahren. Reimund ist einer von ihnen. Er selbst fährt eigentlich immer mit dem Fahrrad, ob im Alltag, in der Freizeit, auf Radreisen oder auch sportlich, z. B. bei den Cyclassics.

Seit 30 Jahren ist er Mitglied im ADFC, war dort zehn Jahre Vorstand in der Buchholzer Ortsgruppe und auch Tourenleiter, saß einige Jahre beratend im Bauausschuss der Stadt Buchholz, hat in dieser Zeit die ersten Buchholzer Fahrradschutzstreifen beantragt und ist bei uns Gründungsmitglied.

Reimund bastelt und schraubt gern, macht z. B. im Repaircafé alte Räder wieder fit oder schweißt sich ein eigenes Lastenrad zusammen, das schon mehrfach bei Aktionen als mobiler Holzofen mit Waffeleisen im Einsatz war.

2022 wurde er Buchholzer Slowbiking-Meister, weil er für die 11-Meter-Strecke länger brauchte als alle anderen Teilnehmenden.

Zudem ist er Verleihstation von „Heidelore“, einem unserer Lastenräder im Projekt Heidschnucke – Lastenrad für Buchholz. Mit Heidelore war Reimund auch schon auf Schokofahrt nach Amsterdam, um von dort Schokolade emissionsfrei nach Buchholz zu radeln.

Inzwischen radelt Reimund auch gerne mit seinen Enkeln und gibt so das Fahrradgen in der Familie weiter.

Wenn man von dieser ausgeprägten Radliebe liest, fragt man sich zu Recht, warum Reimund nicht schon längst mit dem RADLIEBE Award ausgezeichnet wurde.
Herzlichen Glückwunsch, lieber Reimund!

Exkursion nach Tübingen

Jedes Jahr versuchen wir inzwischen eine Stadt zu besuchen, die als Fahrradstadt gilt, und gucken uns an, was diese so fahrradfreundlich macht. Wir wollen erfahren, was die Erfolgsfaktoren sind und nehmen auch gerne Best-Practice-Beispiele mit zurück nach Buchholz. Nach Kopenhagen (2019), Groningen (2022) und Utrecht (2024) war nun Tübingen an der Reihe. Exkursion nach Tübingen weiterlesen

8. Buchholzer Kidical Mass

Mehr als 125.000 Menschen europaweit – über 50.000 davon allein in Deutschland – haben sich im Rahmen der Aktionswochen „Straßen sind für alle da“ vom 5. bis 25. Mai stark gemacht. Am 18. Mai riefen auch wir erneut zu einer Kidical Mass, einer bunten Familien-Fahrraddemo, auf, um die gemeinsame Forderung des Aktionsbündnisses in Buchholz sichtbar zu machen:

Straßen müssen sich endlich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren – für sichere Schulwege, lebenswerte Orte und eine Mobilität, von der alle Generationen profitieren. 8. Buchholzer Kidical Mass weiterlesen

Schokofahrt #17

Über Ostern ging es wieder nach Amsterdam, die 17. Auflage der Schokofahrt rief. Wir waren inzwischen bereits zum 12. Mal dabei und erneut wurde die Tour bestens durch Lars, unseren Mr. Schokofahrt, organisiert. Dieses Mal waren wir mit drei Lastenrädern und insgesamt sieben Schokofahrer:innen unterwegs, die sich zum Teil die Strecke aufteilten: Lars Felten, Peggy und Ihno Goldenstein, Michael Siemers und als Gäste Jörg Ohl aus Buchholz, Sandra Conrad-Juhls aus Bremen sowie Benedikt Esenwein aus Lüneburg. Beliefert wurden wieder das Reformhaus Dreyer und Phils Laden (ehemals „Buchholz endlich unverpackt“).

7. Buchholzer Light Parade

Gestern fand die 7. Buchholzer Light Parade statt. Rund 35 Teilnehmende radelten kreuz und quer nach dem Motto „Lass dich und dein Rad erleuchten“ durch die Buchholzer Innenstadt. Ziel war es, uns selbst und andere an unserem Anblick zu erfreuen. Das scheint auch geklappt zu haben. Denn viele Passanten zückten ihre Handys, filmten und fotografierten uns. Nach einer guten halben Stunde klang die Lichterfahrt dann bei einem Punsch mit Schmalzgebäck auf dem Buchholzer Weihnachtsmarkt aus. Dort nutzten wir die Stadthütte, die wir zuvor extra reserviert hatten.

Ankündigung Nordheide Wochenblatt vom 11.12.2024

Ankündigung auf buchholz-aktuell.de am 10.12.2024

RADLIEBE Award 2024

Seit 2018 verleihen wir jährlich unseren RADLIEBE Award an Persönlichkeiten, die in besonderem Maße ihre Liebe zum Fahrradfahren unter Beweis gestellt haben. In diesem Jahr geht unser RADLIEBE Award erstmalig an zwei Personen gleichzeitig, nämlich an Laura Möller und Antonia Staacke.

Laura Möller

Laura kommt ursprünglich aus Buchholz und studierte in Göttingen. Dort lernte sie Antonia kennen, teilte mit ihr eine Wohnung und die Leidenschaft für Ausdauersport und Bikepacking. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die Idee aufkam, einfach mal so richtig weit mit dem Fahrrad zu fahren. Ihr gemeinsames Projekt „Longest Ride“ war geboren. Im Oktober 2022 starteten sie in Ushuaia am südlichen Ende von Argentinien, um bis nach Alaska zu radeln. Ein Abenteuer, das nicht nur die eigenen physischen und psychischen Grenzen testen und erweitern, sondern auch andere Menschen, insbesondere Frauen, dazu ermutigen sollte, die eigenen Visionen zu verwirklichen. Zudem wollten sie während ihrer Tour Spenden für die gemeinnützige Organisation World Bicycle Relief sammeln. Das allein beweist schon eine ausreichende Radliebe, um sich für unseren RADLIEBE Award zu qualifizieren.

Antonia Staacke

Für Antonia wurde der Longest Ride jedoch zu einer besonderen Prüfung. Sie stürzte im Januar 2023 tragisch und verletzte sich schwer. Der Longest Ride nahm so leider ein abruptes Ende. Antonia wurde nach Deutschland zurückgeflogen, um ärztlich versorgt zu werden. In einem zweiten Longest Ride kämpfte sie sich auf beeindruckende Weise wieder zurück in den Sattel, so dass beide ein Jahr später im Januar 2024 exakt am Unfallort im Süden von Bolivien ihre unterbrochene Radreise fortsetzen konnten. Dass sich Antonia nicht entmutigen, sondern vielmehr motivieren ließ, sich dem Abenteuer erneut zu stellen, hat unseren vollen Respekt. Im August 2024 erreichten schließlich beide nach rd. 23.000 Radkilometern überglücklich Anchorage in Alaska. RADLIEBE Award 2024 weiterlesen