Neu: Sechs Lastenrad-Parkplätze

In der Buchholzer Innenstadt wurden vor Kurzem insgesamt sechs spezielle Lastenrad-Parkplätze geschaffen. Kleine Edelstahl-Bügel, gekennzeichnet mit einem Aufkleber „Lastenrad“. Wünschenswert wäre noch die Anbringung des neu in die StVO aufgenommenen Piktogramms für Lastenräder auf dem Boden (vgl. Beispiel aus Berlin, siehe Foto unten).

Die neuen Lastenrad-Parkplätze befinden sich in der Breite Straße vor Weidling&Weidling, auf dem Marktplatz bei der Buchholz Galerie, im Thomasweg beim Eingang zum City-Center, in der Breite Straße vor Budni, in der Poststraße vor der Post sowie auf dem Peets Hoff vor Heide-Optik.

Damit reagiert die Stadt Buchholz erfreulicherweise auf die Entwicklung, dass auch bei uns in der Stadt immer mehr Lastenräder unterwegs sind. Die Nutzung von Lastenrädern erfordert jedoch eine angepasste Infrastruktur, nicht nur hinsichtlich der Radwege, sondern auch der Abstellmöglichkeiten.

Im Januar hatten wir daher bei der Stadtverwaltung angeregt, im Innenstadtbereich Lastenrad-Parkplätze nach dem Berliner Vorbild zu schaffen. Siehe hier.

Lastenradparkplatz in Berlin-Neukölln
(Foto: Arne Behrensen, cargobike.jetzt)

Lastenräder ersetzen Autos, sind daher Teil der Verkehrswende und dienen so dem Klimaschutz. Im privaten Bereich können mit Lastenrädern z. B. Einkäufe und Besorgungen erledigt oder Kinder transportiert werden. Aber auch im gewerblichen Bereich können gem. einer EU-Studie rd. 50% des innerstädtischen Warentransports durch Lastenräder erfolgen.

Um diesem Ziel Ausdruck zu verleihen, hatten wir angeregt, dem Berliner Beispiel zu folgen und einzelne Autostellplätze in Lastenrad-Parkplätze umzubauen. Für diesen Zweck hat Berlin einen Regelplan entworfen, der 2019 beim Deutschen Fahrradpreis den 3. Platz in der Kategorie Infrastruktur gewann.

Grafik: Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Dem wollte unsere Stadtverwaltung aber nicht folgen. Von Stadtbaurat Stefan Niemöller erhielten wir im Januar 2020 die folgende Antwort: „Ihre Anregungen zu den Lastenrädern nehme ich gern auf. Allerdings werde ich keine Standorte auf KFZ-Stellplätzen vertreten, da ich nicht die Absicht habe, einen Verdrängungswettbewerb Rad gegen Auto zu unterstützen“. Dabei hatte Herr Niemöller gerade beim Buchholzer RADtalk am 16.06.2020 noch eine autoarme Innenstadt als sein Leitbild für die Buchholzer Stadtentwicklung bezeichnet. Wie passt das zusammen? Und wie soll eine Verkehrswende gelingen, wenn der öffentliche Raum, insbesondere die begrenzte Verkehrsfläche, nicht anders, nämlich zulasten des Autoverkehrs, aufgeteilt wird?

Dieses zeigt, dass wir in Buchholz noch viele dicke Bretter bohren müssen, um zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu kommen. Aktuell sind wir dennoch mit den nun geschaffenen Lastenrad-Parkplätzen zufrieden. Der Anfang ist gemacht. Darauf lässt sich aufbauen.

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