Archiv der Kategorie: Radverkehrspolitik

Together We Cycle

Nachdem wir im Frühjahr (noch virtuell) den Dokumentarfilm „Why We Cycle“ zeigten und dieser schon begeisterte, konnten wir gestern im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche vor ca. 30 Gästen den Nachfolgefilm von Gertjan Hulster und Arne Gielen, „Togehter We Cycle“, zeigen. Er zeigt, wie Holland die Fahrradkultur trotz aufstrebender Automobilität und autofreundlichen Städteplanungen erhalten blieb. Es begann vor ca. 50 Jahren mit Bürgerprotesten „stop de kindermoord“ und führte zu fahrradfreundlichen Städteplanungen, die weltweit als nachahmenswerte Vorbilder betrachtet werden.

Bevor wir den Film zeigten, stellte uns Maximilian Müller, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Buchholz i.d.N., das Radverkehrskonzept „Fahrradmobilität 2030“ vor. Es hat das Ziel, den Radverkehr in Buchholz bequemer und sicherer zu machen und damit bis 2030 auf einen Anteil von 25% am sog. Modal Split zu erhöhen.

STADTRADELN 2022

Vorweg die rein statistischen Zahlen: 1.516 aktive Teilnehmende sind in den drei Wochen 273.335 Kilometer geradelt und haben dabei 42 Tonnen CO2 vermieden.

Damit konnten beim achten Buchholzer STADTRADELN erstmals die Vorjahreswerte nicht getoppt werden. Spitze sind sie dennoch. Derzeit steht Buchholz im Vergleich der Kommunen ähnlicher Größe (Kategorie 10.000 bis 49.999 Einwohner:innen) auf Platz 4 in Niedersachsen (nach Lohne mit 309.767 km, Verden/Aller mit 307.375 km und Rotenburg/Wümme mit 281.472 km) und auf Platz 8 bundesweit.

Unser Team war auch wieder erfolgreich und konnte mit 89 aktiven Teilnehmenden insgesamt 20.592 Kilometer erradeln. Das bedeutete Platz 3 nach dem Team vom AEG (34.826 km, 239 Teilnehmende) und dem Team von „Buchholz endlich unverpackt“ (30.977 km, 134 Teilnehmende). STADTRADELN 2022 weiterlesen

Radschnellweg: Machbarkeitsstudie liegt vor

Ende 2021 wurde nach über zwei Jahren Arbeit die Machbarkeitsstudie für den geplanten Radschnellweg von Tostedt über Buchholz bis nach Hamburg vorgelegt und nun endlich auch veröffentlicht. Buchholz fährt Rad war von Beginn an in einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe an der Identifizierung und Ausarbeitung der Vorzugsvariante für die Trassenführung beteiligt. Die Arbeitsgruppe traf sich in regelmäßigen Sitzungen, um zentrale Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Auch eine Befahrung möglicher Streckenvarianten im Dezember 2019 sowie der Bürgerworkshop am 21.01.2021 wurden von uns begleitet.

Die Studie inkl. der Anhänge findet man zum Download und Nachlesen z. B. hier!

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Jetzt hängt es an den einzelnen Gemeinden und Kommunen, die nötigen Voraussetzungen und Beschlüsse zu fassen, damit die Detailplanung und Umsetzung beginnen kann. Auch die Finanzierung muss gesichert werden. Ziel ist es, noch in den 20er Jahren mit dem Bau des Radschnellweges zu beginnen. Wenn es nach uns geht, gerne auch eher.

Und allen Skeptikern, die meinen, der Radschnellweg sei für die wenigen Radfahrenden, die von Tostedt oder Buchholz nach Hamburg durchfahren würden, überdimensioniert, sei Folgendes gesagt. Auf der Autobahn A7 fährt so gut wie keiner vom Anfang in Flensburg bis zum Ende nach Füssen. Beim Radschnellweg geht es daher wie bei der A7 eher um attraktive schnelle Verbindungen zwischen einzelnen Ortschaften entlang der Trasse.

Kidical Mass fordert kinderfreundliches Verkehrsrecht

Gestern eroberten sich 200 kleine und große Radfahrende in Buchholz die Straße zurück, um für ein kinderfreundliches Verkehrsrecht zu demonstrieren. Am gesamten Kidical Mass Aktionswochenende waren 40.000 Menschen in über 200 Orten mit gleicher Mission unterwegs: Kinder und Jugendliche sollen sich sicher und selbstständig bewegen können. Unter dem Motto „Uns gehört die Straße“ forderten sie auf ihren Demoplakaten „Mein Schulweg gehört mir“, „Platz da für die nächste Generation“, Was ich gerne hätte, wären autofreie Städte“, „Wo ein Wille, da auch ein Radweg“, „Macht uns Platz, sonst gibt’s Rabatz“, „Kinder aufs Rad“, „Kleine Helden für sichere Radwege“ oder „Wir woll’n Fahrrad fahren“.

Vielen Dank an alle, die dabei waren.

Hinweis: Bei Klick auf das Bild wirst du zu Youtube
weitergeleitet und das Filmchen startet.

Parallel zu den stattgefundenen Kidical Mass – Familienfahrraddemos wird den Forderungen durch eine bundesweite Online-Petition Gewicht verliehen. Darin sind auch die inhaltlichen Forderungen für eine Überarbeitung des Verkehrsrechts enthalten. Das Ziel sind 100.000 Unterschriften. Also, gleich noch mitmachen und hier unterzeichnen!

Vorbericht im Nordheide Wochenblatt vom 11.05.2022

Bericht im Nordheide Wochenblatt vom 18.05.2022

Hier alle Fotos der Kidical Mass (die Galerie wird ca. Ende Juni wieder gelöscht): Kidical Mass fordert kinderfreundliches Verkehrsrecht weiterlesen

Radexkursion nach Achim

Am 12.03.2022 sind wir nach Achim aufgebrochen, um uns das dortige neue Fahrradparkhaus am Bahnhof anzugucken. Da das vielleicht auch ein Best-Practice-Beispiel für das in Buchholz geplante Fahrradparkhaus sein könnte, hatten wir auch die Mitglieder des Stadtrates und die zuständigen Vertreter:innen der Stadtplanungsabteilung sowie des Stadtmarketings eingeladen. Doch leider bleiben wir unter uns. Unter den 14 Teilnehmer:innen waren dafür zwei Freunde von Stade fährt Rad. Radexkursion nach Achim weiterlesen

Schwerverletzte Radfahrerin

Gestern ereignete sich auf der Bremer Straße (etwa in Höhe des Flurwegs in Richtung B75) ein Verkehrsunfall, bei dem eine 41-jährige Radfahrerin schwer verletzt wurde. Gemäß Pressebericht der Polizei wurde die Radfahrerin auf dem Fahrradschutzstreifen fahrend von einem Auto überholt und dabei so gestreift, dass diese stürzte und sich dabei schwer verletzte. Der Unfallverursacher begann Unfallflucht. Schwerverletzte Radfahrerin weiterlesen

Tödlicher Unfall

Am 09.03.2022 ereignete sich ein tragischer Unfall auf der L171 in Höhe der Kamper Heide (Richtung Schneverdingen). Ein 41-jähriger LKW-Fahrer erfasste mit seinem LKW einen 67-jährigen Radfahrer, der leider noch vor Eintritt des Rettungsdienstes an seiner Verletzungen verstarb (siehe Pressebericht der Polizeiinspektion Harburg).

Wir können und wollen nicht beurteilen, wer nun „Schuld“ an diesem Unfall ist. Dazu haben wir auch zu wenig Kenntnis vom Unfallhergang. Wir sind einfach sehr betroffen. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen des verstorbenen Radfahrers, aber auch bei dem LKW-Fahrer, der offenbar trotz allem noch in der Lage war, Erste Hilfe zu leisten.

Der Unfall zeigt leider sehr deutlich, wie gefährlich das Radfahren auf Landstraßen ist, an denen -wie hier – kein separater Radweg zur Verfügung steht. Wir appellieren daher an alle Verantwortlichen, diese Lückenschlüsse schnellstmöglich zu beheben. Allen Radfahrenden empfehlen wir dringend, solange diese Lückenschlüsse noch existieren, auf Nebenstrecken auszuweichen. Alle Autofahrende bitten wir, an solchen Straßen besonders achtsam zu fahren. Das alles rettet Leben! #VisionZero

Zum Gedenken an den verstorbenen Radfahrer, aber auch zur Erinnerung daran, wie stark Radfahrende auf solchen Straßen gefährdet sind, haben wir heute ein weißes Fahrrad aufgestellt und ein paar Blumen gepflanzt. Das Rad wurde uns für diese Aktion dankenswerterweise vom Cycle-team zur Verfügung gestellt.

Kidical Mass 2021

Am gestrigen Sonntag, dem 19.09.2021, um 15 Uhr startete die zweite Buchholzer Kidical Mass. Dieses Mal über eine Strecke von insg. vier Kilometern durch die Innenstadt bis zum Rathausplatz. Wir haben 225 Teilnehmer:innen gezählt. Das war wahrscheinlich die größte Fahrraddemo, die Buchholz jemals gesehen hat. Im Anschluss an die Demo gab es auf dem extra für uns gesperrten Rathausplatz ein paar Spiel&Spaß-Angebote für die Kinder: Kidical Mass 2021 weiterlesen

Hamburgs erste Protected Bikelane

Am 23.04.2021 wurde Hamburgs erster Abschnitt einer Protected Bikelane eröffnet. Dieser Abschnitt eines baulich von der Fahrbahn getrennten, geschützten Radfahrstreifens wurde an der Hannoverschen Straße in Hamburg-Harburg im Rahmen der Umsetzung der Veloroute 11 realisiert. Wichtig: Über die Hannoversche Straße soll zukünftig der Radschnellweg Hamburg-Lüneburg und voraussichtlich auch der Radschnellweg Hamburg-Buchholz-Tostedt geführt werden. Unsere beiden Vereinsmitglieder Michael Mühlbauer und Carsten Stein waren an der Planung und Realisierung dieses ersten Abschnittes beteiligt. Weitere Abschnitte sind bereits in Bau befindlich. Also, auch in Hamburg geht nichts ohne Buchholz fährt Rad 😉

Entlang dieser Protected Bikelane konnte man Hamburgs erste befahrbare Fahrradausstellung besichtigen, die mehr als 200 Jahre Hamburger Fahrradgeschichte abbildet. Sie beginnt mit der Erfindung der Draisine, geht weiter über den Altonaer Bicycle-Club von 1869/80 (ABC), den ältesten noch existierenden Fahrradclub der Welt, und endet in Harburg bei der Protected Bikelane. Die Ausstellung kann hier noch einmal nachverfolgt werden: https://fahrrad.hamburg/de/magazin/hamburgs-erste-protected-bikelane/

Eingangstor einer autofokussierten Stadt

Aktuell werden auf Kreisebene die Planungen zum Ausbau der Kreuzung Hamburger Straße/Nordring/Dibberser Straße/Buenser Weg in einen Kreisverkehrsplatz („Kreisel“) politisch beraten. Die Planungen des Landkreises, der für diese Kreisstraße zuständig ist, erweisen sich bedauerlicherweise als wenig fahrradfreundlich. Der Kreisel wurde sehr autofreundlich geplant und so dimensioniert, dass auch noch eine mögliche östliche Umfahrung (vormals „Ostring“ genannt) angeschlossen werden kann. Der Radverkehr spielte bei der Planung offenbar nur eine untergeordnete Rolle. So wird der Kreisel zum Symbolbild, dem Eingangstor einer autofokussierten Stadt. Eingangstor einer autofokussierten Stadt weiterlesen